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In Bad Tölz gab es schon vor dem ersten Weltkrieg mehrere Blaskapellen. Überliefert ist der Bestand einer Bürgerwehrkapelle und eines „Musikverein Tölz“. Eine der frühesten Aufzeichnungen findet sich bei den “Winklern” in Kreuth: Das Fest: Früh 4 Uhr verkündeten Böllersalven den Tagesanbruch. Die Witterung schien sehr zweifelhaft. 6 Uhr 30 sammelten sich schon die ersten Mitglieder im Vereinslokal. Um 8 Uhr kam die bestellte Musikkapelle Diemer aus Tölz. 8 Uhr 15 kamen der Patenverein, der Burschen Krank. Unterst. Verein und der Veteranen Krieg. Verein mit Musik. Hernach der Arb. Kr. Unterst. Verein Tegernsee. Währenddessen kamen auch die Fest-Jungfrauen angefahren....
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Im Winter 1923 übernahm der ehemalige Militärmusiker Hubert Kaltenmarktner im Vereinslokal Schaftlerbräu die Leitung der Kapelle. Er war ein leutseliger Vollblutmusikant, der viele Instrumente
beherrschte und somit auch die Jugend für die Blasmusik begeistern konnte. Mit viel Einsatz und Zeitaufwand wuchs die Kapelle in kürzester Zeit zu einer Konzertmusik heran, die nicht nur aus Musikern der Stadt Bad Tölz
bestand. Es kamen auch Spielleute aus den umliegenden Gemeinden Gaißach, Lenggries, Wackersberg, Reichersbeuern und Arzbach nach Tölz, um unter einem Dirigenten zu musizieren. |
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Schon zu diesem Stiftungsfest erschien die Kapelle in der heute noch üblichen historischen Tracht, denn das Gründungsmitglied Sedlmayer drang darauf, dass eine einheitliche aber auch schon damals
historisch nachgewiesene Tracht angeschafft werde. In dieser Sache wurde bei allen in der Umgebung bestehenden Schützenkompanien nachgeforscht, welche Uniform geeignet wäre (die Tölzer Schützenkompanie war zu diesem
Zeitpunkt noch nicht wiedergegründet). So stieß man dann auf einen langen, braunen Rock und einem dazu passenden schwarzen Stopselhut, die beide laut dem Trachten-Informations-Zentrum in Benediktbeuern aus dem zweiten Drittel
des 19. Jahrhunderts stammen und der “Biedermeierlichen Mode” angehören. Nach diesen Modellen fertigten der Tölzer Schneidermeister Huber sen. und der Tölzer Hutmachermeister Schöttl die Uniformen an. In einem damaligen
Zeitungsbericht über die Tracht der neuen Tölzer Stadtkapelle hieß es: Das einzige noch lebende Gründungsmitglied ist Herr Jakob Probst, der mit seinen 95 Jahren Der Probenaufwand lohnte sich, die junge Kapelle wurde bald zu einer gefragten Einrichtung. Hier einige Beispiele: Am 5. Mai. 1925 ist die Tölzer Stadtkapelle Festmusik zur Eröffnung des Deutschen Museums in München. |
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Aus der Zeit während und nach dem zweiten Weltkrieg ist leider nicht viel in Erfahrung zu bringen. Als die Stadtkapelle zur Gaukapelle umfunktioniert werden sollte, traten viele Mitglieder aus dem Verein aus. |
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1946 fanden sich ehemalige und neue Musiker zusammen und begannen unter der Leitung von Anton Zeller wieder mit der Probenarbeit. Ihre Hauptaufgabe ist seither die Mitgestaltung der kirchlichen und weltlichen Feste der Stadt Bad Tölz und ihrer Vereine. Die monatlichen Konzerte im Tölzer Kurhaus sind zu einer festen Einrichtung geworden. Hierbei überwiegt die konzertante Blasmusik, wie sie auf der ersten CD “Auf nach Tölz“ zu hören ist. Die Marschmusik kommt hierbei sicherlich nicht zu kurz, was die zweite CD “Tölzer Schützenmarsch” beweißt. |
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Die Dirigenten der Tölzer Stadtkapelle: |
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Auch als Komponist ist Herbert Nieswandt bekannt. Er komponierte über 100 Werke für Blasmusik. |
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Neben seiner Tätigkeit als Musiklehrer an den Musikschulen Bad Tölz und Ottobrunn ist Josef Kronwitter seit fast 20 Jahren Dirigent der Tölzer Stadtkapelle. Mit großem Erfolg und Engagement widmet er sich der
Jugendausbildung. Sein Verdienst ist es, dass die Kapelle inzwischen zu einem klangvollen Blasorchester mit fast 50 Musikanten angewachsen ist. |
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Die Vorstände der Tölzer Stadtkapelle: |
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Die Tölzer Stadtkapelle heute |
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Die Tölzer Stadtkapelle wuchs, dank der hervorragende Jugendarbeit des Kapellmeisters Josef Kronwitter, zu einem 50 Mitglieder zählendem Klangkörper heran. Mit einem Altersdurchschnitt von 27 Jahren
gehört sie zu einer der “jüngsten” Musikkapellen in der Umgebung. Die Hauptaufgabe der Stadtkapelle ist auch heute noch die musikalische Umrahmung von weltlichen und kirchlichen Festen der Heimatstadt. Um die 70 Auftritte im Jahr sind die Regel, zusätzlich jedes
Monat ein Konzert im Tölzer Kurhaus. |
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jugendliche Besucher gekommen. Die meisten waren sichtlich erstaunt über diese abenteuerliche, musikalische Mischung, konnten aber spätestens bei der gemeinsamen Zugabe vom Gegenteil überzeugt werden. |
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Das 75-jährige Jubiläum wurde ganz nach oberbayrischem Brauch gefeiert. So zogen sich die Festivitäten über das ganze Jahr und erfreuten ein breites Publikum mit Jubiläumskonzert, Kirchenkonzert, Tag der Blasmusik mit den Isarwinkler Musikkapellen und zum Abschluss dem traditionellen Weihnachtskonzert. 1. Vorstand Sepp Niedermaier wird 2000 Interrimsbürgermeister für den verstorbenen Bgm Albert Schäffenacker und vererbt seinen Stadtkapellenvorsitz an Florian Langeder. Inzwischen ist Sepp Niedermaier offiziell gewählter Bürgermeister der Stadt Bad Tölz. => seit 3. Mai 2008 Landrat des Landkreises Bad Tölz - Wolfratshausen Im Jahr 2001 wurde die zweite CD “Tölzer Schützenmarsch” mit viel Spaß und Freude der Musiker in den Bavaria Musikstudios in München Produziert. Besonderer Dank gilt hierbei unserem Tonmeister und Aufnahmeleiter Bernhard Hanke. Im Januar 2003 organisierte die Fachzeitschrift “Bayrische Blasmusik” die clarino.nacht_der_bläser in Buchloe. Neben namhaften Interpreten wie Klaus Kreuzeder, die in verschiedenen Konzertsälen aufspielten, wurden wir gemeinsam mit den Bananafishbones engagiert. Speziell für diesen Auftritt arrangierte der in Blasmusikkreisen bekannte Komponist Franz Gerstbrein sechs Stücke der Banananfishbones für Rock- und Blasmusik. Das Publikum war begeistert und durch den Livemitschnitt entstand unsere dritte CD. Beim alljährlich stattfindenden Hillside-Festival der BFB durften wir mit dieser Einlage die Überraschungsgäste zum Abschluss des Großspektakels sein. Ebenfalls 2003 umrahmte man zum vierten mal das Schützenfest in Beverungen in Nordrhein- Westfalen. Im Januar 2005 wurde der letzte Wunsch des schrillen Münchner Modeschöpfers Rudolph “Mosi” Moshammer erfüllt, indem die Tölzer Stadtkapelle dessen Beerdigung musikalisch umrahmte. Moshammer wurde Opfer eines grausamen Mordes. Zur Beerdigung waren über 15000 Trauergäste anwesend. Beim 1. Europäischen Polizeimusikfestival in der Hacker Pschorr Arena in Bad Tölz durfte neben den Im August 2006 gestalteten die Banafishbones ein Großopenair in der Tölzer Markstraße. Beim Finale vor rund 10.000 Zuhörern und schönstem Wetter beteiligten wir uns mit neuen Stücken von Franz Gerstbrein, komponiert und arrangiert für Bananafishbones und Tölzer Stadtkapelle zur Freude unseres Publikums. Ein geschichtsträchtiger Tag: 27. April 2007, Festzug zum Festabend der Tölzer Feuerschützen, die in der Wandelhalle Ihr 500-jähriges Bestehen feiern. Zum ersten Mal seit bestehen der Stadtkapelle beinhaltet die angetretene Marschformation zwei Saxophone (!), was unter den restlichen Musikern zu regen Diskussionen führt. Natürlich ausschließlich positiv, wir müssen uns halt nur daran gewöhnen... Im Herbst 2007 nimmt der Bund der bayrischen Gebirgsschützen sene dritte CD mit traditionellen, bayrischen Märschen auf. Wir dürfen uns mit drei Stücken beteiligen und haben unsere vierte CD.
*** Bayrischer Meister 2008 ***
Den wahrscheinlich größten Erfolg unserer Geschichte durften wir im April 2008 feiern. Aus der erstmals ausgelobten bayrischen Meisterschaft der Blasmusik in der Oberstufe in Memmingen durfte die Tölzer Stadtkapelle den Siegespokal mit nach Hause nehmen. Die Geschichte beginnt allerdings ein Jahr früher im benachbarten Murnau. Dort fand ein musikalisches Wertungsspiel statt, zu dem wir uns angemeldet haben. In der sogenannten offenen Wertung werden 10 unterschiedliche musikalische Kriterien ähnlich dem Skispringen oder dem Eiskunstlauf von mehreren Juroren mittels aufzuzeigender Punktetafeln bewertet. Von den 100 möglichen erhielten wir 91 Punkte und somit eine Auszeichnung. Ende des letzten Jahres beschloss der bayrische Musikbund, aus den mit Auszeichnung belobigten Kapellen pro Bezirk je eine auszuwählen und diese in einem weiterführenden Wettkampf gegeneinander antreten zu lassen. Genau 6 Wochen vorher erhielten die 9 Auserwählten ein unbekanntes Stück zugesandt um dieses, sowie ein weiteres selbst gewähltes, einzustudieren. Am 17. Februar durften wir mit den beiden Stücken im Gepäck nach Unterschleißheim fahren und dort am Entscheid von Ober- und Niederbayern teilnehmen. Die Freude war denkbar groß, als unser Sepp zum Empfang des 2. Platzes auf die Bühne gerufen wurde. Die ersten drei Sieger hatten sich ein Ticket zum Bayernentscheid nach Memmingen geholt. Ein kleiner Begeisterungseinbruch fand dann zu Hause statt, als wir feststellten, genau an diesem Wochenende unsere neue CD Aufnahme geplant zu haben. Die Entscheidung war jedoch schnell getroffen und kurzerhand haben wir Tonstudio, Aufnahmeleiter und alles sonst Zugehörige abgesagt, um in Memmingen dabei zu sein. Wir hoffen hierbei natürlich auf Ihr Verständnis. Wenn ned wieder was dazwischenkommt, gibt´s die neue CD nächstes Jahr im Frühjahr. Zurück zur Historie: Die Prozedur blieb die Gleiche. 6 Wochen vorher erhielten alle Teilnehmer wie schon fast gewohnt, ein unbekanntes Stück zum intensiven Studium. Ebenso musste, wie für Schleißheim, ein selbst gewähltes Stück vorbereitet werden. Die Busfahrt dorthin verlief ungewohnt ruhig und mit außergewöhnlich wenig Alkohol. Das warm up ließ positiv vermuten, vielleicht etwas mehr als den 9 Platz einzufahren. Unser Auftritt verlief zur großen Freude sehr gut, jedoch hatten wir die fünf Kapellen des Vormittags nicht gehört und wussten, es handelt sich hierbei sicher nicht um Anfänger. Die Anspannung war gefallen und die nächsten Stunden waren recht lustig und locker, hatten wir doch schon alles hinter uns. Zur Siegerehrung im voll besetzten Saal war dann nochmals Spannung angesagt und man kann förmlich behaupten, dass die Stadthalle in Memmingen gebrodelt hat. Chorgesänge der einzelnen Kapellen, Laolawellen und Kampfgebrüll führten zur richtigen Stimmung für die erwartete Verkündigung. Die letzten vier wurden alphabetisch verlesen – wir waren nicht dabei. Platz 5, Platz 4, nicht wir, die Nerven angespannt, die Erwartung groß, Platz drei, Stadtkapelle Schongau, die uns noch in Unterschleißheim geschlagen hatte. Platz 1 und 2 noch offen, der Moderator schweift nochmals aus und dann die erlösenden Worte: Platz 2 geht an die Stadtkapelle Illertissen. Und eine Tölzer Stadtkapelle, die kurzzeitig beim Freudensprung keinen Boden unter den Füßen hat. Feuchte Augen und eine unbeschreibliche Erlösung. Wir haben gewonnen! Wir haben die Augenblicke genossen, als unser Sepp den Pokal auf der Bühne in Empfang genommen hat. Wir haben gefeiert bis in den nächsten Morgen und wir haben noch heute eine Gänsehaut, wenn wir an diese schönen Augenblicke denken! Einige Wochen später ehrte uns “unsere” Stadt Bad Tölz mit dem Eintrag ins goldene Buch. Somit sind wir jetzt unsterblich... :-) Im März 2009 ist wieder mal Tonstudiozeit und wir holen endlich unsere verschobene Aufnahme nach. Es hat wie immer sehr großen Spaß gemacht und in den zwei stressigen Wochenenden haben wir unsere fünfte CD auf Festplatte gebracht. Einen großen Dank an unseren Tonmeister und Aufnahmeleiter vom Dienst Bernd Hanke, der uns wie immer bestens zum Ziel geführt hat. Gut vier Wochen später konnten wir zum Jahreskonzert, unserem Muttertagskonzert, die neue CD mit großem Erfolg vorstellen. |
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